Kompost

Aus Bioabfall wird wertvoller Kompost

Die Stadtentsorgung Rostock gewährleistet die umweltgerechte Verwertung von Bioabfällen und Grünschnitt im Kompostwerk Parkentin. Aus dem gesammelten Bioabfall und Grünschnitt entsteht unter kontrollierten Bedingungen hochwertiger Kompost für die regionale Landwirtschaft.

Jährlich werden rund 10.000 Tonnen Bioabfall und etwa 13.000 Tonnen Grünabfall aus der Region verarbeitet und in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt. Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung ist die korrekte Trennung der Bioabfälle.

Verfahren der Bioabfallkompostierung

Wie entsteht hochwertiger Kompost?

Im Kompostwerk Parkentin werden Bio- und Grünabfälle unter aeroben Bedingungen zu nährstoffreichem Kompost verarbeitet. Ziel ist die Umwandlung organischer Stoffe in einen stabilen Bodenverbesserer, der zur Humusbildung und Bodenfruchtbarkeit beiträgt.
Kompost ersetzt zunehmend Torf und reduziert den Bedarf an mineralischen Düngemitteln. Dadurch leistet er einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

Damit dieser Kreislauf jedoch funktioniert, ist die richtige Trennung der Bioabfälle entscheidend.

Der Kreislauf beginnt in der Biotonne: Aus Küchen- und Gartenabfällen entsteht nährstoffreicher Kompost für gesunde Böden und neues Wachstum. Plastik, Glas und Metall stören diesen Prozess und gehören nicht in die Biotonne.

Prozess der Kompostierung

  • Anlieferung und Aufbereitung: Nach der Anlieferung werden die Bioabfälle in der Annahmehalle entladen, Störstoffe entfernt und mit Strukturmaterial homogenisiert, um optimale Bedingungen für die Kompostierung zu schaffen.
  • Intensivrotte und Belüftung: Das Material wird in Rotteboxen unter kontrollierten, aeroben Bedingungen kompostiert, und kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt. Eine kontrollierte Befeuchtung unterstützt den mikrobiellen Abbau. Dabei entstehen Temperaturen von bis zu 70 °C, hierdurch werden Krankheitserreger und keimfähige Samen abgetötet und eine zuverlässige Hygienisierung gewährleisten.
  • Absieben und Störstoffentfernung: Nach etwa zwölf Tagen wird das Material in mehreren Schritten gesiebt. Störstoffe wie Kunststoffe oder holzige Bestandteile werden entfernt und thermisch verwertet. Grobe organische Bestandteile werden als Strukturmaterial dem Kompostierungsprozess erneut zugeführt.
  • Nachrotte und Reifung: Das verbleibende Material wird in Mieten weiterkompostiert und reift über mehrere Wochen zum Frischkompost heran. Durch regelmäßiges Umsetzen entsteht ein stabiler, nährstoffreicher Kompost.
  • Fertiger Kompost: Nach rund zwölf Wochen ist der Kompostierungsprozess abgeschlossen. Der erzeugte Kompost wird überwiegend in regionalen Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt und verbessert somit nachhaltig die Bodenqualität.

Der gesamte Kompostierungsprozess von der Anlieferung bis zum fertigen Endprodukt – Kompost – nimmt rund 16 Wochen in Anspruch.


Qualität und Standards

Die Kompostierungsanlage in Parkentin ist Mitglied der Bundesgütegemeinschaft Kompost und wird regelmäßig überwacht. Der dort produzierte Kompost entspricht damit den höchsten Anforderungen, unter anderem der EU-Ökoverordnung (VO (EU) 2021/1165, Anhang 2).


Angebot und Kompostverkauf

  • Annahme und Verwertung von Bioabfällen und Grünschnitt
  • Verkauf von gütegesichertem Parkentiner Kompost als Humusdünger (Kompostgemisch: Landwirtschaft, Grünschnittkompost: freier Verkauf)
  • Abgabe von Grünschnittkompost erfolgt als lose Ware für Selbstabholer im Kompostwerk Parkentin sowie auf den Recyclinghöfen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock

ACHTUNG! Bis 31.12.2026 geänderte Öffnungs- und Anlieferungszeiten:

April bis September
Montag bis Freitag 06:00 – 16:30 Uhr
Samstag 07:00 – 13:00 Uhr

Oktober bis März
Montag bis Freitag 06:00 – 16:30 Uhr
Samstag geschlossen

Download: Flyer „Kompostwerk – Leistungen“


Kontakt:
Leiter Kompostwerk:
Herr Dr. Stefan König
Telefon: 038 203 / 21 69 50
E-Mail: skoenig@stadtentsorgung-rostock.de

Hinweis: Für allgemeine Kundenanfragen wenden Sie sich bitte an unseren Kundenservice:
E-Mail: kd_auftrag@stadtentsorgung-rostock.de
Telefon: 0381 | 45 93 100


Kein Plastik in die Biotonne – für sauberen Kompost und eine saubere Umwelt

Mit der richtigen Abfalltrennung leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Sauber getrennte Bioabfälle ermöglichen die Herstellung von hochwertigem Kompost und schützen gleichzeitig unsere Umwelt.

Jeder Störstoff und jede falsch entsorgte Plastiktüte müssen aufwendig aussortiert werden. Trotz moderner Technik können kleine Kunststoffreste im Kompost verbleiben. Diese Mikroplastikpartikel belasten Böden und Gewässer.

Deshalb gilt:

  • Bioabfälle ausschließlich lose in die Biotonne geben.
  • Alternativ Papiertüten oder Zeitungspapier verwenden.
  • Keine herkömmlichen Plastiktüten in die Biotonne werfen.
  • Auch keine sogenannten „kompostierbaren“ oder „biologisch abbaubaren“ Kunststoffbeutel verwenden.

 

Gemeinsam für saubere Bioabfälle - Jeder Beitrag zählt!

Die Stadtentsorgung Rostock unterstützt seit 2018 die Kampagne #wirfuerbio für eine bessere Qualität der Bioabfälle.

Die bundesweite Initiative kommunaler Entsorgungsunternehmen setzt sich für saubere Bioabfälle und hochwertigen Kompost ein. Denn nur richtig befüllte Biotonnen – frei von Plastiktüten, Glas, Metall und anderen Störstoffen – ermöglichen eine hochwertige Verwertung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

Machen Sie mit – für hochwertigen Kompost, fruchtbare Böden und eine nachhaltige Zukunft. Denn der Weg zu einer sauberen Umwelt beginnt mit der richtigen Bioabfalltrennung.

Häufig gestellte Fragen - FAQ

Was ist Kompost? + -

Kompost ist ein natürlicher, nährstoff- und humusreicher Bodenverbesserer, der durch die kontrollierte Zersetzung organischer Abfälle wie Küchen- und Gartenabfälle entsteht. Er versorgt Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen, verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit des Bodens.

Welcher Kompost kann im Kompostwerk Parkentin und auf den Recyclinghöfen erworben werden? + -

Im Kompostwerk Parkentin werden sowohl Bioabfälle als auch Grünschnitt kompostiert. Die Herstellungsverfahren unterscheiden sich leicht: Während Bioabfälle zunächst in Rotteboxen hygienisiert werden, wird Grünschnitt direkt kompostiert.

Der Biogutkompost enthält in der Regel etwas höhere Nährstoffgehalte und wird gemeinsam mit Grünschnittkompost überwiegend an landwirtschaftliche Betriebe abgegeben. Für Privatkundinnen und Privatkunden wird ausschließlich der gütegesicherte Grünschnittkompost im Kompostwerk Parkentin sowie auf den Recyclinghöfen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock verkauft.

Warum sollte Kompost verwendet werden? + -

Kompost versorgt Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen und verbessert gleichzeitig die Bodenqualität. Er erhöht den Humusgehalt, fördert die Bodenfruchtbarkeit sowie die Wasser- und Nährstoffspeicherung und sorgt für ein stabiles Bodengefüge. Dadurch wachsen Pflanzen gesünder und widerstandsfähiger.

Wie wird Kompost richtig verwendet? + -

Kompost kann ganzjährig im Garten eingesetzt werden, beispielsweise im Gemüsebeet, unter Bäumen und Sträuchern, auf Rasenflächen oder für Topfpflanzen. Je nach Anwendungsbereich unterscheiden sich die empfohlene Aufwandmenge und die Art der Ausbringung.

Wichtig: Kompost ersetzt keinen Boden und sollte grundsätzlich mit Erde vermischt werden.

Hilfreiche Anwendungshinweise bietet der Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e. V. (VHE).

Welche Nährstoffe enthält Kompost? + -

Kompost enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe sowie wertvolle organische Substanz. Dazu gehören insbesondere Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium.

Im Gegensatz zu mineralischen Düngern werden diese Nährstoffe langsam und pflanzengerecht freigesetzt. Gleichzeitig verbessert der enthaltene Humus die Fähigkeit des Bodens, Wasser und Nährstoffe langfristig zu speichern.

Wie verbessert Kompost den Boden? + -

Kompost wirkt nicht nur als kurzfristiger Dünger und regt das Pflanzenwachstum an, sondern wirkt weit über die reine Nährstoffversorgung hinaus. Der Kompost

  • verbessert die Bodenstruktur,
  • erhöht die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit,
  • lockert verdichtete Böden,
  • vermindert Erosion und Verschlämmung,
  • wirkt einer Bodenversauerung entgegen,
  • fördert das Bodenleben und
  • unterstützt gesunde Pflanzen.

So profitieren Pflanzen, Boden und Umwelt gleichermaßen.

Warum schützt Kompost Klima und Umwelt? + -

Kompost unterstützt den Klima- und Ressourcenschutz auf vielfältige Weise. Durch den Aufbau von Humus wird Kohlenstoff langfristig im Boden gespeichert. Gleichzeitig kann Kompost Torf und mineralische Düngemittel teilweise ersetzen.

Darüber hinaus verbessert Kompost die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und stärkt Pflanzen in Trockenperioden. Die Kompostierung organischer Abfälle ist ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft, da wertvolle Nährstoffe dem Boden wieder zugeführt werden, anstatt verloren zu gehen.

Wie wird die Qualität des Komposts sichergestellt? + -

Die Kompostierungsanlage Parkentin ist Mitglied der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK). Die Qualität des Komposts wird regelmäßig im Rahmen der Eigen- und Fremdüberwachung nach dem RAL-Gütezeichen geprüft.

Untersucht werden unter anderem:

  • Nährstoffgehalte,
  • Schwermetalle,
  • Fremdstoffanteile,
  • Keimfreiheit und
  • Pflanzenverträglichkeit.

Zusätzliche Prüfungen stellen sicher, dass der Kompost auch die Anforderungen der EU-Ökoverordnung erfüllt.

Ersetzt die Eigenkompostierung die Biotonne? + -

Nicht vollständig. Viele organische Abfälle lassen sich im eigenen Garten kompostieren. Gekochte Speisereste, Fleisch-, Fisch- oder Milchprodukte sowie weitere organische Abfälle gehören jedoch nicht auf den privaten Kompost, sondern in die Biotonne.

Ob eine Befreiung von der Biotonne möglich ist, regelt die Abfallsatzung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

Ist die getrennte Sammlung von Bioabfällen verpflichtend? + -

Ja. Die getrennte Sammlung von Bioabfällen ist seit dem 1. Januar 2015 bundesweit gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Die Kommunen sind verpflichtet, entsprechende Sammelsysteme – wie die Biotonne – bereitzustellen.

Seit wann werden Bioabfälle in Rostock getrennt gesammelt? + -

Das Kompostwerk Parkentin wurde bereits 1991 in Betrieb genommen. Die Biotonne wurde 1993 in Rostock eingeführt; die flächendeckende Bioabfallsammlung war 1994 abgeschlossen. Seit 1995 arbeitet das Kompostwerk in seiner heutigen Ausbaustufe. Zwei Jahre später, 1997, wurde die Anlage als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert.

Seitdem werden Bioabfälle aus Rostock zu hochwertigem Kompost verarbeitet und in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt.


Weiterführende Informationen: