Leitfaden zum Einsatz von grundstücksbezogenen Unterflursystemen

Unterflursysteme für die Abfallsammlung auf Grundstücken

Grundstücksbezogene Unterflursysteme ermöglichen eine platzsparende Sammlung von Abfällen auf privaten Grundstücken. Die Sammelbehälter befinden sich dabei unterirdisch, während oberirdisch lediglich die Einwurfsäulen sichtbar sind.
Unterflursysteme können insbesondere bei größeren Wohnanlagen eine Alternative zu herkömmlichen Abfallbehälterstandplätzen darstellen und in die Gestaltung von Freiflächen und Außenanlagen integriert werden.

In Rostock können Unterflursysteme für die Sammlung von Restabfall, Bioabfall, Papier/Pappe/Kartonagen (PPK) und Leichtverpackungen (LVP) eingesetzt werden.

Unterflursysteme für Wohnanlagen
Unterflursysteme bieten eine platzsparende Möglichkeit zur Sammlung von Abfällen auf Grundstücken. Die Behälter werden dabei unterirdisch angeordnet und sind oberirdisch über Einwurfsäulen zugänglich.

Wichtige Vorteile auf einen Blick

  • Platzsparend
    Die Abfallbehälter befinden sich unterirdisch. Dadurch lässt sich die benötigte Fläche für die Abfallsammlung gegenüber herkömmlichen Großbehältern reduzieren.
  • Sauberes Wohnumfeld
    Durch die unterirdische Anordnung werden die Abfallsammelpunkte kompakt in die Außenanlagen integriert. Die Gestaltung kann dadurch offener und aufgeräumter erfolgen.
  • Barrierearme Nutzung
    Die Einwurfsäulen und die Gehwegplattform ermöglichen eine komfortable Nutzung der Sammelstelle. Die konkrete Ausführung des Standplatzes ist dabei entsprechend der örtlichen Gegebenheiten zu planen.
  • Flexibles Behältervolumen
    Unterflurbehälter stehen in unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Bei verändertem Abfallaufkommen oder einer veränderten Einsammlogistik können die Innenbehälter ausgetauscht werden.
  • Schutz und Sicherheit
    Die Unterflurbehälter sind geschützt im Betonschacht angeordnet. Eine Sicherheitsplattform verschließt den Schacht während der Entleerung und verhindert, dass dabei eine offene Schachtöffnung entsteht.

Planung und Standort

Die Planung eines Unterflursystems sollte frühzeitig im Rahmen der Gebäude- und Freiraumplanung erfolgen. Neben dem eigentlichen Standort der Unterflurbehälter müssen insbesondere die Zufahrt und die für die Entleerung erforderlichen Flächen berücksichtigt werden.

Bei der Standortplanung sind unter anderem folgende Aspekte zu beachten:

  • ausreichende Zufahrt für das Entsorgungsfahrzeug
  • erforderliche Fahrbahn- und Bewegungsflächen
  • ausreichende lichte Höhe
  • geeignete Aufstellfläche für das Entsorgungsfahrzeug
  • sichere Erreichbarkeit der Einwurfsäulen
  • ausreichende Abstände zu Gebäuden und anderen Anlagen
  • Berücksichtigung vorhandener Leitungen und baulicher Gegebenheiten

Der Standort muss so geplant werden, dass die spätere Entleerung der Unterflurbehälter sicher und ohne Behinderungen möglich ist.


Dimensionierung der Unterflurbehälter

Die konkrete Ausstattung und Dimensionierung der Unterflurbehälter richtet sich nach der jeweiligen Wohnanlage und dem zu erwartenden Abfallaufkommen.
Die erforderliche Anzahl und Größe der Behälter hängt unter anderem von der Anzahl der angeschlossenen Haushalte, dem zu erwartenden Abfallaufkommen, der jeweiligen Abfallfraktion und dem vorgesehenen Entleerungsrhythmus ab.

Der Leitfaden enthält Richtwerte und Berechnungsbeispiele für die Dimensionierung der Unterflurbehälter. Diese dienen als Grundlage für die Planung des erforderlichen Behältervolumens.

Wichtig: Die konkrete Dimensionierung sollte im Rahmen der Planung mit der Stadtentsorgung Rostock abgestimmt werden.


Anforderungen an die Entleerung

Für die Entleerung der Unterflurbehälter kommen Entsorgungsfahrzeuge mit Ladekran und Stützsystemen zum Einsatz. Deshalb müssen die Zufahrt und die Aufstellfläche des Fahrzeugs bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Die erforderlichen Flächen müssen dauerhaft frei zugänglich sein. Parkende Fahrzeuge, Bäume, Beleuchtung, Verkehrszeichen oder andere bauliche Anlagen dürfen die Zufahrt und den Arbeitsbereich des Entsorgungsfahrzeugs nicht beeinträchtigen.

Abfallbehälter und Entleerung
Die Abfallentsorgung von Wohnanlagen umfasst verschiedene Abfallfraktionen. Je nach Grundstück, Bebauung und Entsorgungskonzept können unter anderem Restabfall, Bioabfall, PPK und LVP berücksichtigt werden.


Vorarbeiten und Zuständigkeiten

Vor der Installation eines Unterflursystems sind verschiedene bauliche und organisatorische Voraussetzungen zu klären. Dazu gehören insbesondere:

  • Vorbereitung und Herstellung des Standorts
  • Prüfung vorhandener Leitungen und baulicher Gegebenheiten
  • Herstellung der erforderlichen Zufahrts- und Aufstellflächen
  • Abstimmung der technischen Ausführung
  • Festlegung der Standorte und Behältergrößen
  • Klärung der jeweiligen Zuständigkeiten

Der Leitfaden gibt einen Überblick über die erforderlichen Vorarbeiten und Zuständigkeiten und unterstützt damit die Vorbereitung eines Unterflurprojekts.

Gestaltung von Unterflurstellplätzen

Unterflursysteme können in die Gestaltung von Wohnanlagen und Außenbereichen integriert werden. Bei der Gestaltung sollten sowohl die Anforderungen der Abfallentsorgung als auch die Nutzung und Gestaltung des Grundstücks berücksichtigt werden.
Der Leitfaden enthält hierzu beispielhafte Anordnungen und Gestaltungsvorschläge.


Planungshilfe für Bauherren und Planungsbüros

Der Leitfaden richtet sich insbesondere an:

  • Bauherren und Projektentwickler
  • Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen
  • Architekten und Planungsbüros
  • Landschaftsarchitekten und Freiraumplaner

Eine frühzeitige Abstimmung ermöglicht es, die erforderlichen Flächen und technischen Voraussetzungen bereits in die Planung einzubeziehen.

→ Leitfaden herunterladen

Der vollständige Leitfaden zum Einsatz von grundstücksbezogenen Unterflursystemen für die Abfallsammlung steht als PDF zur Verfügung.


Weitere Planungshilfe

Für die allgemeine Planung von Verkehrsflächen und Behälterstandplätzen steht der Planungsleitfaden für Bauherren und Architekten zur Verfügung.

→ Zum Planungsleitfaden für Bauherren und Architekten

Bei Fragen zur Planung und zum Einsatz von Unterflursystemen empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit der Stadtentsorgung Rostock.


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